„Man darf Kinder nicht bevormunden und ihnen eine Ernährungsform aufzwingen“

Bei den derzeitigen Diskussionen rund um die vegane Ernährung von Kindern, werden Befürwortern dieser Ernährungsform oft mit dem Argument „man darf Kinder nicht bevormunden und ihnen eine Ernährungsform aufzwingen“ konfrontiert.

 

In dem Blog möchte ich diese Aussage einmal genauer betrachten und darstellen, warum ich das für völlig richtig halte.

 

Bei der Betrachtung lasse ich eine Wertung aus medizinischer Sicht, ob vegane Ernährung im Kindesalter nun richtig oder falsch ist, außen vor. Es geht hier lediglich darum, dass Kinder ein Recht haben, selbst zu entscheiden, wie sie sich ernähren wollen.

 

Man kann davon ausgehen, dass alle konsumierten Lebensmittel tierischen Ursprungs, in irgendeiner Form mit den Umständen einer Tierqual in der Produktionskette verbunden sind ....100% der konsumierten Fleisch- und Fischprodukte setzen den Tod eines lebenswilligen Tieres voraus.

 

Wenn man nun ein Kind von Geburt an mit solchen Lebensmitteln ernährt, so trägt dieses Kind unfreiwillig zur Qual und zum Tod von zahllosen Lebewesen bei. Das Kind hat keine Möglichkeit zu entscheiden, ob es damit einverstanden ist oder nicht, dass andere Lebewesen für die eigene Ernährung gequält und getötet werden. Diese Entscheidung wird ihnen von den Eltern abgenommen und der Weg in eben solche Ernährungsgewohnheiten vorbestimmt.

 

Nun kann man natürlich argumentieren:  Das Kind kann ja noch nicht sprechen und sagen: „Ich will keine Tiere essen“. Deswegen kann ich ihm ja auch Tierprodukte als Nahrung geben. Man könnte aber auch argumentieren: Das Kind kann ja noch nicht sprechen und sagen: „Es macht mir nichts aus, dass Tiere für mich gequält werden und sterben müssen“. Woher weiß man also, dass das Kind Tiere essen möchte?

 

Eltern, die Ihr Kind mit tierischen Produkten ernähren, ebnen damit den Weg dafür, dass dieses Kind, selbst wenn es irgendwann in der Lage ist über die eigene Ernährungsform selber entscheiden zu können, bereits vom Konsum tierischer Produkte nachhaltig geprägt ist.

 

Das Kind ist also aufgewachsen mit der Akzeptanz, dass Lebewesen für die eigene Ernährung gequält und getötet werden. Somit findet von der Geburt an eine Bevormundung statt. Eine Bevormundung, wie sie Gegner der veganen Ernährung eigentlich unmissverständlich ablehnen.

 

 

Hier noch ein weiterer Denkanstoß:

 

Ein kleines Kind fängt an und übt bewusst Gewalt gegen Tiere aus. Jedes Elternteil würde dieses Verhalten sofort verbieten und dem Kind vermitteln, dass es nicht gewalttätig gegen andere Lebewesen sein darf.

 

Warum wird von den Eltern akzeptiert oder warum wird es sogar unterstützt, dass genau dieses Kind mit seinem Konsum an tierischen Produkten ebenfalls Gewalt an Lebewesen ausübt? Auch wenn diese Gewalt nicht unmittelbar von dem Kind angewendet wird, richtet sie sich ja ebenso gegen die Tiere, die normalerweise gestreichelt und als „niedlich“ bezeichnet werden.

 

Die omnivore Ernährung eines Kindes ist untrennbar mit Gewalt gegen andere Lebewesen verbunden, auch wenn dieses nicht bewusst und nicht unmittelbar geschieht. Normalerweise müsste man also doch dem Kind, sobald es das entsprechende Alter erreicht hat, über die Umstände der Produktion von tierischen Lebensmitteln aufklären. Damit gäbe man dann diesem Kind die Möglichkeit selber zu entscheiden, ob es weiterhin Tierprodukte konsumieren möchte oder nicht.

 

Oder würde man etwa akzeptieren, dass ein Kind Gewalt gegen Lebewesen bis zu einem entscheidungsfähigen Alter anwendet und es dann erst über dieses Missverhalten aufklären und vor die Wahl stellen, mit der Gewalt fortzufahren oder aufzuhören? Niemand würde diese Gewaltausübung so lange akzeptieren!

 

Dadurch, dass Eltern ihre Kinder in der Regel nun eben nicht aufklären und diese weiterhin mit tierischen Lebensmitteln ernähren, wird den Kindern eine omnivore, tierleidbehaftete Ernährung aufgezwungen .......also genau das, was den Veganern vorgeworfen wird, wenn sie ihre Kinder tierleidfrei ernähren.

 

Fazit:

 

Mit der Forderung „Man darf Kinder nicht bevormunden und ihnen eine Ernährungsform aufzwingen“ widersprechen Omnivoren ihrer eigenen Verhaltensweise.

 

Omnivoren Kindern wird von Geburt an angewöhnt, sich mit Produkten, die auf Tierqual und Tod eines Lebewesens basieren, zu ernähren. Sie werden also dazu erzogen, Gewaltausübung zu tolerieren. In einem entscheidungsfähigen Alter fällt es den Kindern später oft sehr schwer, solche Ernährungsgewohnheiten zu ändern. Diese Gewohnheiten werden dann auch an nachfolgende Generationen weitergegeben.

 

 

Grundsätzlich sind wir doch alle bestrebt (oder sollten es zumindest sein), schonend mit der Umwelt und unseren Ressourcen umzugehen, die Rechte aller Lebewesen zu achten und unser Leben gewaltfrei gegenüber Mensch und Tier zu gestalten.

 

So müssen wir also heute und in den nachfolgenden Generationen damit beginnen, uns von der omnivoren Ernährung abzuwenden. Omnivore Ernährung ist immer mit Gewaltausübung, Tod und unnötiger Umweltverschmutzung verbunden. Nur wenn wir uns davon lösen, gewähren wir auch gleichzeitig den Kindern der nachfolgenden Generationen das Recht, wirklich selbst zu entscheiden, wie sie sich ernähren wollen.

 

P.S.: Das Recht zur Selbstbestimmung gilt im Übrigen auch für Bekleidung ;-)

 


Blogger Caba, 52 Jahre alt, hat in "jungen Jahren" sein Brot als erfolgreicher DJ und Musikproduzent verdient. Seitdem er vor gut 5 Jahren seinen Lebensstil zum Veganismus umgestellt hat, wurde ihm immer mehr bewusst, wie wichtig ein harmonisches und rücksichtsvolles Zusammenleben zwischen Tieren, der Umwelt und den Menschen ist.

 

Sein Lebensmotto "Being human is more than having the shape" trägt er durch seinen Bekanntheitsgrad in die Community. Caba Kroll:  "Ich erwarte nicht, dass sich jeder Mensch sofort ändert und zur veganen Lebensweise bekennt. Ich erwarte aber, dass dieser Mensch sein Konsumverhalten in jedem Bezug überdenkt…und sich dann schließlich doch ändert."

Caba ist heute Inhaber einer Eventagentur in Bochum und u.a. tätig für Luxusmarken im Automobilbereich. Auch wenn es auf den ersten Blick gegensätzlich zu seiner Lebenseinstellung erscheint, so erreicht er durch diese Tätigkeit viele Menschen,

die sich sonst keine Gedanken über Tierschutz, Tierqual und Nachhaltigkeit machen würden.

Facebook: Caba Kroll


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