Aber es sind doch nur Nutztiere ...

 

Vom Benutzen und Betüddeln

 

„Nutz“tier. Allein das Wort sagt so vieles aus. Etwas oder jemanden zu benutzen impliziert, dass es einen bestimmten Zweck erfüllt. Und zwar einen Zweck, über den derjenige bestimmt, der Interesse durchsetzen möchte. Nicht mehr und nicht weniger.

 

Was unterscheidet sie vom „Haustier“?

Es fehlt die Beziehung. Es fehlt die Interaktion, in den meisten Fällen sogar ihre Sichtbarkeit. „Nutz“tiere „hält“ man nicht (wie weitgehend die Meinung bezüglich „Haus“tieren vorherrscht) zum Vergnügen, man geht weder mit ihnen spazieren, noch wird abends auf der Couch gemeinsam gekuschelt.

Früher waren sie „Arbeitstiere“, heute fristen sie ihr meist kurzes trauriges Dasein in Tierfabriken, um schlussendlich als Schnitzel auf dem Teller zu landen. Besonders deutlich wird dies anhand von Hund und Schwein. Schweine stehen Hunden, der beste Freund des Menschen, kognitiv nicht viel nach.

Studien zeigen, dass sie sogar genauso intelligent sind wie die pelzigen Vierbeiner. Während Heimtiermärkte Rekordzahlen schreiben, Herrchen und Frauchen bis ans Lebensende ihrer Vierbeiner fast die Summe eines Neuwagens in ihren Begleiter investieren, steigt die Fleischproduktion weiter an. Dieser Widerspruch zeigt sich auch darin, dass „Haus“tiere mittlerweile sogar auf eigenen Friedhöfen begraben werden, das Schlachten von Millionen Schweinen aber die Mehrheit kalt lässt.

 

Warum also die einen skrupellos benutzen, die anderen aber liebevoll pflegen und hegen?

 

Von klein auf werden Kinder mit idyllischen Bauernhofgeschichten ins Bett gebracht. Es wird vermittelt, dass es ganz normal ist, Kühe und Schweine zu halten - sie und ihre „Produkte“ zu konsumieren. Das Schnitzel am Teller, das Würstel beim Kindergeburtstag, die Milch in der Schulpause - war eben schon immer so. Ein Unrecht wird aber nicht dadurch gerechtfertigt, dass es Tradition hat - es schon immer so war. Generell gibt es noch immer viel zu viele Traditionen, die im wahrsten Sinne des Wortes eine Blutspur hinter sich her ziehen.

 

Besonders krass zeigt sich die Unterscheidung von "Nutz"- und "Haus"tier in den unzähligen Diskussionen der letzten Wochen rund um das Thema Tiertransporte. Unzählige Kälber werden ohne Versorgung bei weit über 30 Grad Außentemperatur durch halb Europa gekarrt, während Hunde Kühlhalsbänder tragen und die Aufregung groß ist, wenn unwissende Hundehalter_Innen bei sommerlichen Temperaturen mit ihren Tieren Radfahren. Unzählige Wasserschüsseln werden in heimischen Gärten und Parks für Igel, Bienen und Co. drapiert, während die nächsten Kälber für den Transport in den Tod vorbereitet werden.

 

Schlussendlich geht es um ein Umdenken. Um Sichtbarkeit und Aufmerksamkeit.

 

Wie hat Paul McCartney es treffend formuliert: Hätten Schlachthäuser Glaswände, würde niemand mehr Fleisch essen. Es ist heute gar nicht mehr notwendig. Dank Social-Media werden Missstände aufgezeigt, die Menschheit war noch nie so gut informiert wie heute. Information ist einfach und ständig zugänglich.

 

Die Frage ist nur, wie wir es schaffen, dass die Gesellschaft anfängt hinzusehen und umdenkt?

Aufhört, ein Lebewesen als minderwertiger als das andere anzusehen?

 

Danke fürs Lesen!

 

Sandy P.Peng 

Georg Hoos Photography | The Save Movement Sandy P.Peng Blog
Georg Hoos Photography | The Save Movement

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